Kein guter Sex in the City
Mittlerweile dürfte jedem der Carry und Co. aus "Sex an the City" bei einem ihrer berühmten Brunches in New York zugesehen hat klar sein, dass Frauen durchaus sehr offen über Männer und Sex reden. Hannah und ihre Freundinnen machen das auch, allerdings sind sie eine Generation jünger und um Längen unerfahrener als ihre berühmten Vorgängerinnen.
Während bei Sex and the City Geld und Karriere selbstverständlich war, sind "Girls" mit ihren Anfang Mitte zwanzig beruflich wie emotional desorientiert. Sie stecken irgendwo zwischen Universität und Berufsfindung und versuchen mitten in diesem heillosen Durcheinander eine Positionierung ihrer Sexualität und Partnerbeziehungen zu erreichen.
Der Sex den sie haben ist nicht so schön und ästhetisch wie in gängigen Blockbustern, sondern zeigt unverblümt jedes Speckröllchen. Die für den amerikanischen Markt ungewöhnlich offen und wenig idealisiert gefilmten Erotikszenen bieten alles was man zum Fremdschämen braucht. Viele Szenen wirken unbeholfen und peinlich, sind dafür aber umso näher an der Realität, in der eben nicht jeder gutgebaut und ästhetisch Sex hat.
Figuren, Liebe und Geld
Während Hannah sich mit Adams unkonventioneller Art herumschlägt, möchte ihre beste Freundin und Mitbewohnerin Marnie ihren netten und einfühlsamen Langzeitfreund Charlie aus Langeweile loswerden. Marnies Cousine, die schrille Öko-Weltenbummlerin Jessa, will sich von vornherein gar nicht erst auf einen Mann festlegen. Und die naive Jungfrau Shoshanna sehnst sich nach Lebenserfahrung, kommt aber wegen ihrer Schüchternheit nicht von der Stelle.
Die Serie startet, als Hannahs Eltern zu Besuch kommen und ihrer Tochter den Geldhahn abdrehen. Ohne Geld und ohne Plan rückt ihre Schriftstellerkarriere in weite Ferne. Anders bei Marnie: Sie arbeitet erfolgreich als Assistentin einer noblen Kunstgalerie. Jessa, frisch zurück von einer Europareise, genießt ihre Unabhängigkeit und lässt alles auf sich zukommen. Shoshanna ist das Küken in der Truppe und studiert noch an der New York University.
Fragen über Fragen
Girls wirft stellvertretend für eine Generation die zentralen Fragen auf: Wie überlebt man ohne die Hilfe der Eltern? Wie findet man in New York Anschluss? Wie geht man mit den Themen Sex, Beziehung und Gefühlen um? Doch vor allem: Was will man im Leben überhaupt und wie kann man das erreichen?
Girls läuft als deutsche TV-Premiere seit 17. Oktober immer mittwochs um 21:10 Uhr auf Glitz*. Die zweite Staffel befindet sich in den USA bereits in Produktion. Wer Sex and the City und Gossip Girl mochte, wird diese Serie verschlingen.
Mehr Infos über "Girls" gibt es auf Serienjunkies.de

















