Review: Winnie Puuh - Dummer Bär klug verpackt

Review: Winnie Puuh

Dummer Bär klug verpackt

© Walt Disney
Manche Sachen sind ein Rätsel. So auch die Erfolgsgeschichte von Winnie Puuh. Honigversessen, dumm und vergesslich – anders lässt sich der berühmte Stoffbär einfach nicht beschreiben. Trotzdem steht im Londoner Zoo eine Bronze-Statue von Winnie und in Warschau ist eine Straße nach dem Bären benannt. Puuhs Figur dient sogar als Ratgeber, wie beispielsweise "Pu der Bär oder wie man in guter Gesellschaft bleibt". Möglich das Puuh so liebenswert ist, gerade weil er so einfach gestrickt ist. Und zum Erfolg trägt sicherlich auch bei, dass die Geschichten über Winnie Puuh in den Büchern und den meisten Filmen durchdacht, lehrreich und unterhaltsam sind.

Auf den neuesten Film der Walt Disney Animation Studios "Winnie Puuh" trifft das ebenfalls zu. Nach dem Motto "back to the roots" setzt Disney statt auf Action und technische Effekte auf klassische Elemente und unterhält mit Inhalt und Musik. Dass der handgezeichnete Film von den originalen Kinderbüchern des englischen Schriftstellers A.A. Milne (das erste Buch erschien 1926) inspiriert ist, macht sich bemerkbar.

Die neue Geschichte über Winnie Puuh handelt davon, wie Puuh und seine Freunde dem armen Esel I-Aah einen Ersatzschwanz suchen.

Esel I-Aah hat also seinen Schwanz verloren. Winnie Puuh und seine Freunde veranstalten darum einen Schwanzfindungs-Wettbewerb, um den schönsten Ersatzschwanz im ganzen Hundert-Morgen-Wald aufzutreiben. Als ob Puuh, Ferkel, Tiger und Co. nicht schon damit überfordert wären – Christopher Robin ist auch noch verschwunden! Er wurde gekidnappt, denken sie zumindest. Und da er schließlich beim Schwanzfindungs-Wettbewerb gebraucht wird, muss er schnellstens gerettet werden. So viel Aufregung, dabei wollte Puuh doch einfach nur Honig suchen…

Soll "Winnie Puuh" Kinder zum Lesen animieren? Die Regisseure Stephen J. Anderson ("Triff die Robinsons") und Don Hall ("Küss den Frosch") haben jedenfalls wortwörtlich ein Kinderbuch auf die Leinwand gebracht. Die Zuschauer bekommen die Geschichte vorgelesen (im Englischen von John Cleese) und können auf den dargestellten Seiten mitlesen – bis sie immer wieder in das Bild eingesogen werden und sich wieder selbst im Hundert-Morgen-Wald befinden. Eine schöne Inszenierung und "Winnie Puuh" erinnert an die früheren Werke aus dem Hause Disney.

Es ist über 35 Jahre her, seit es das letzte Mal ein Puuh-Film in die Kinos geschafft hat. Andere Produktionen sind nur auf DVD erschienen. Daher musste dieses Mal etwas Besonderes her. Das erste, was einem in den Sinn kommt, wäre ja 3D. Aber nein, Disney entschied sich, den Film handgezeichnet umzusetzen, auf originale Passagen der ersten Bücher von Puuh zurückzugreifen und mit kindergerechten Songs zu ergänzen.

Als Kind jedenfalls ist man mit "Winnie Puuh" bestens versorgt, und auch als Erwachsener macht es Spaß, den Film zu sehen, sei es aus Nostalgie oder weil doch irgendwo noch das Kind in einem steckt. Außerdem kann nicht oft genug daran erinnert werden, dass ein Freund wichtiger ist, als der heißersehnte Pott voll Honig…


Kinostart: 14. April 2010

"Winnie Puuh" (OT: "Winnie the Pooh"), Genre: Zeichentrickfilm, Regie: Stephen J. Anderson /Don Hall, Synchronstimmen (Originalfassung): John Cleese, Jim Cummings, Craig Ferguson, Tom Kenny, Produktionsjahr: 2011, USA, Laufzeit: - Minuten, FSK: o.A..

"Winnie Puuh" im Überblick in der Online-Filmdatenbank.de

Autor: Dorothea Soszka

 
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