Den Twilight-Fans kam es vor wie eine Ewigkeit, doch nun kommt endlich der vierte und damit vorletzte Teil der Twilight-Saga von Erfolgsautorin Stephenie Meyer in die Kinos.
Vampir Edward (Robert Pattinson) und die noch menschliche Bella (Kristen Stewart) heiraten in einer romantischen Zeremonie auf dem Anwesen des Vampirclans Cullen. In den anschließenden Flitterwochen im Luxus-Refugium auf einer einsamen brasilianischen Insel dürfen sie auch endlich ihre bislang unterdrückte Leidenschaft ausleben. Doch das Glück und die Idylle sind nur von kurzer Dauer. Schon bald merkt Bella, dass sie schwanger ist und es Komplikationen gibt. Denn das Baby wächst nicht nur rasant schnell und gefährdet damit Bellas Gesundheit – es scheint auch mehr Vampir als Mensch zu sein. Edward versucht erfolglos, sie zu einer Abtreibung zu überreden und ruft in seiner Angst um Bella Jacob (Taylor Lautner) zu Hilfe. Doch auch der kann Bella das Kind nicht ausreden und muss sie zudem vor seinem Werwolfsrudel schützen, das Bella töten will. Bei der Geburt hat Edward nur eine Wahl: Will er Bella nicht verlieren, muss er sie beißen und damit unsterblich machen.
Nicht alle Hauptdarsteller überzeugen
Allen Nicht-TwiHearts hätte vermutlich ein Filmteil zum vierten Buch von Stephenie Meyer gereicht. Die Flitterwochen und vor allem die qualvolle Schwangerschaft wirken unnötig in die Länge gezogen. Schön anzuschauen ist dagegen die märchenhafte Hochzeit, die einen gleich zu Anfang des Films in eine andere Welt versetzt und bei der witzig doppeldeutig mit Vampir-Klischees gespielt wird. Bellas Vater Charlie (Billy Burke) verkörpert sein Unwohlsein bezüglich der eigenartigen Gesellschaft, in die seine Tochter einheiratet sehr glaubwürdig.
Nicht nur wegen der vielen Schminke, die leider auch in dieser Folge ausgerechnet immer am Hals ausgespart wird, wirkt Hauptdarsteller Robert Pattinson als oberbesorgter Vampirsgatte von Anfang an recht blass. Leider kann ihn auch sein Filmrivale Taylor Lautner nicht wirklich übertrumpfen, zumindest wenn er das T-Shirt anbehält. Beide fallen gegen Kristen Stewart deutlich ab. Ihre Verwandlung von der zarten Märchenbraut zur magersüchtig-kranken Zombie-Schwangeren mit dunklen Augenringen und einem Bauch, der jeden Moment zu bersten scheint, gerät dank Maske und Spezialeffekten gruselig authentisch.
Sexszene zum Schmunzeln
Die nach den ersten drei keusch gehaltenen Teilen mit Spannung erwarteten - und im Vorfeld des Films marketingmäßig extrem ausgeschlachteten Sexszenen verleiten wohl eher zum Schmunzeln: So recht kann man sich bei diesen beiden verliebten Romantikern die nicht gezeigten wilden Szenen, die zu einem komplett zerstörten Schlafzimmer, zerfetzten Kissen, jeder Menge blauen Flecken bei Bella und mächtigen Gewissensbissen bei Edward geführt haben, nicht vorstellen.
Gegen Ende wollte Regisseur Bill Condon ("Dreamgirls", "Kinsey") dann wohl doch noch zeigen, dass es bei der Twilight-Saga eigentlich um Vampire geht und sparte nicht an langen Sequenzen blutdurchtränkter Bilder. Spätestens als Bella ihre dämonische Brut durch Blut-Zufütterung am Leben halten muss und den roten Saft per Strohhalm aus dem Coffee-to-Go-Becher saugt, dürfte es Zartbesaitete würgen.
Fazit: Die zu lang geratenen Episoden und schauspielerische Defizite werden die Begeisterung echter TwiHearts auch bei "Bis(s) zum Ende der Nacht – Teil 1" nicht ausbremsen. Und die Ewigkeit nimmt wieder einen neuen Anfang: Noch bis zum 22. November 2012 müssen sich die Fans gedulden, bis die Fortsetzung und damit der letzte Teil der Vampir-Saga in die Kinos kommt.
Filmstart: 24. November 2011
"Bis(s) zum Ende der Nacht (Teil 1)" (OT: "Breaking Dawn"), Genre: Spielfilm/ Fantasy, Regie: Bill Condon, Cast: Robert Pattinson, Kristen Stewart, Taylor Lautner, Billy Burke, Peter Facinelli, Produktionsjahr: 2011, USA, Laufzeit: 117 Minuten, FSK: Freigegeben ab 12 Jahren.
Das Musikvideo zu Breaking Dawn Teil 1 bei Kinofilme.com













