Der dritte Teil der "Mission: Impossible"-Reihe (2006) kam, trotz Michele Monaghan ("Source Code", "Gone Baby Gone") als Ethan Hunts (Tom Cruise) extrem niedlicher Ehefrau, bei Kritikern nicht allzu gut an. Der Grund: Eine allzu vorhersehbare Story, die etwas zu stark vom Erfolgsmodell der beiden vorhergegangenen Teil abwich. Statt der sonst angenehm gefühlskalten Agentengeschichte stand der Kampf um Ethans Liebe im Vordergrund. Aber auch die Fülle von Klischees und Stereotypen, sowie als überzogen empfundene Action-Sequenzen waren - zumindest für die Experten - Grund genug, den Film als bestenfalls mäßig einzustufen.
Neu-Regisseur Brad Bird und Produzent J.J. Abrams (vor fünf Jahren bei Teil 3 noch hinter der Kamera) haben an den Problempunkten von damals gearbeitet und somit ihrerseits die Mission erfüllt. Schafft das Ethan Hunt genauso?
Es droht der nukleare Angriff
Diesmal dreht sich alles um einen Gangster, der versucht die Welt mit einem Atomangriff zu zerstören. Dazu jagt Fiesling Hendricks (Michael Nyqvist, "Atemlos") – der selbst Russe ist – zunächst den Kreml in die Luft, wofür die USA und damit auch indirekt deren Geheimdienst IMF verantwortlich gemacht werden. Die US-Regierung beschließt die temporäre Auflösung des IMF, weshalb Hunt und drei weitere Agenten auf eigene Faust agieren und ohne besondere technische Hilfe auskommen müssen. Den nuklearen Terroristen wollen Ethan, Jane (Paula Patton), Brandt (Jeremy Renner, "Thor") und Techniker Benji (Simon Pegg, "Paul - Ein Alien auf der Flucht") gegen alle Widerstände verhindern. Dabei kennen Sie sich kaum.
Realistische Action und Verbindung in die Vergangenheit
Bis auf eine wenig realistisch wirkenden Mega-Explosion wurden die Spezialeffekte diesmal ansehnlich umgesetzt. Der herannahende Sandsturm, der Ethan Hunt in Dubai eine Verfolgungsjagd erschwert, ist bedrohlich aber realistisch dargestellt. Auch setzt Regisseur Bird die für "Mission Impossible" unersätzliche Dosis an Schießereien, Faustkämpfen und netten Agenten-Gadgets gezielt und klug ein.
"M:I-4" funktioniert als Actionfilm, unabhängig davon, dass sich im Film einige Anknüpfungen an die Lovestory aus Teil 3 finden. Diese aber sind nicht zwingend notwendig, um der Story des Sequels zu folgen. Zuständig für den Humor ist Simon Pegg, der als unerfahrener Agent im Außendienst oftmals etwas zu ehrlich und damit unfreiwillig komisch wirkt. Mit der neuesten Technik und diversen netten Spezialgeräten, die den Agenten bei der Rettung der Welt behilflich sein können, ist er aber bestens vertraut. Für die Erfüllung der Frauenquote ist Paula Patton ("Precious", "Hitch - Der Date Doktor") zuständig. Die dunkelhäutige Schönheit ist noch kein großer Star, was sich aber durchaus ändern könnte. Im "Mission: Impossible Phantom Protokoll" verkörpert sie die Agentin Jane auf eine sympathische und zugleich anziehende Art und Weise. Dabei muss sie nicht einmal übermäßig Haut zeigen.
Fazit: Wer im vierten Teil einer Filmreihe absolut Bahnbrechendes erwartet, der riskiert enttäuscht zu werden. Aber "Mission: Impossible Phantom Protokoll" funktioniert gut genug, um einen grundsoliden Action-Abend zu verleben. Schließlich sind alle Mindestanforderungen an einen Agententhriller - spannende, aber realistische Actionsequenzen, eine größtenteils stimmige Story, ausreichend Technikspielzeug und eine schöne Frau (Paula Patton) - erfüllt – viel mehr aber leider nicht.
Eine weitere Meinung zum Film bietet Mannbeisstfilm.de














