Der Film handelt von dem Ex-Musiker Roger Greenberg (Ben Stiller), der gerade 40 wird und im Leben noch nichts erreicht hat: Er hat keinen Job, ist alleinstehend und kann nicht mal mehr Autofahren. Seine logische Schlussfolgerung: erstmal "Nichts" zu machen, sich nach seinem Nervenklinik-Aufenthalt zu erholen, und alles auf sich zukommen zu lassen. Er passt also auf das Haus seines Bruders in Los Angeles auf, wo er alte Freunde trifft. Sie haben sich aber verändert - keiner schert mehr einen Gedanken an frühere Zeiten. Seine Jugendliebe Beth (Jennifer Jason Leigh), geschieden und alleinerziehend, kann oder will sich nicht an ihre wilde Jugendzeit erinnern. Einzig Ivan (Rhys Ifans), obwohl auch er einen langweiligen Job hat, scheint sich zumindest noch erinnern zu wollen. Gefallen findet er aber vor allem an Florence (Greta Gerwig), das Mädchen für Alles im Haus seines Bruders. Die 25-Jährige weiß auch nicht so recht, was sie mit ihrem Leben anfangen soll. Greenberg und sie scheinen wohl etwas gemeinsam zu haben...
Das gewisse Etwas fehlt Noah Baumbachs Film am Ende aber doch. Er schafft es nicht ganz, die beiden Figuren verständlich und nachvollziehbar zu porträtieren. Warum zum Beispiel Greenberg Beschwerdebriefe schreibt ist nicht ganz klar – es mag zwar witzig sein und erinnert in einem Moment an die Romanfigur Simon Peters von Tommy Jaud, aber einen wirklichen Bezug zum Charakter Greenbergs hat es nicht. Dennoch ist es unterhaltsam, den Figuren "beim Leben" zuzusehen. Und nicht nur Ben Stiller und Greta Gerwig schaffen es, aus ihren Charakteren alles zu holen: Vor allem der Kumpel Greenbergs, Ivan, könnte mit dem britischen Original Rhys Ifans ("Notting Hill", "Radio Rock Revolution") nicht treffender besetzt sein.
"Greenberg", Genre: Tragikomödie, Regie: Noah Baumbach, Cast: Ben Stiller, Greta Gerwig, Rhys Ifans, Jennifer Jason Leigh, Produktionsjahr: 2010, USA, Laufzeit: 107 Minuten, FSK: - .
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