Filmkritik "Die eiserne Lady" - Umstrittene Ikone

Filmkritik "Die eiserne Lady"

Umstrittene Ikone

© Concorde Film
Margaret Thatcher ist in ihrer Heimat bis heute eine umstrittene Persönlichkeit. Die erste und bislang einzige Frau, die Regierungschefin in Großbritannien war, spaltete das Land mit Reformen und einem strengen Sparkurs während ihrer Amtszeit von 1979 bis 1990 in devote Anhänger und radikale Gegner.

Der Film über die "Eiserne Lady" präsentiert Persönlichkeit, Wirken und Charakter der in Grantham in bürgerlichen Verhältnissen aufgewachsenen Margaret Roberts. Nach der Unizeit in Oxford, ihrer Heirat mit Denis Thatcher und eines Jura-Studiums wurde sie 1959 als Abgeordnete der Konservativen ins Unterhaus gewählt. In der Politik macht sie entgegen aller Widerstände Karriere. Schon als Kultusministerin im Kabinett von Edward Heath pocht sie auf strenge Reformen. Ihren knallharten Kurs führt sie auch als spätere Vorsitzende der Partei und als Regierungschefin fort.

Eine Frau, die polarisiert

Die sture und rigorose Art der Thatcher legt der Film unter anderem an zwei historischen Großereignissen dar. International von größter Wichtigkeit war der Krieg um die Falkland-Inseln. Nachdem Argentinien 1982 das britische Territorium vor der Küste Südamerikas angegriffen und besetzt hatte, entsandte Thatcher entgegen der Ratschläge anderer Regierungschef die Armee aus, um die Inseln zurückzuerobern. Eine Reaktion, die beim Großteil der Bevölkerung bestens ankam.

National kämpfte Thatcher vehement gegen die Macht der Gewerkschaften, privatisierte staatliche Unternehmen, erhöhte Steuern und nahm dafür selbst eine extrem hohe Arbeitslosenquote in Kauf, was sowohl in der Bevölkerung als auch in ihrer eigenen Partei viele Menschen gegen sie aufbrachte.

Viel Stoff für einen Spielfilm


Eine umstrittene Persönlichkeit wie Margaret Thatcher bietet viele spannende Episoden. Aus der Fülle wichtiger Momente – was den Charakter und das politisches Wirken der Eisernen Lady betrifft -  einen Spielfilm von üblicher Länge zu drehen, war keine leichte Aufgabe. Da eine chronologische Herangehensweise den Zeitrahmen gesprengt hätte, entschied sich Drehbuchautor für Erzählung mit vielen Rückblenden: Margaret Thatcher ist Witwe, die zurück auf die Ereignisse ihres Lebens blickt.

Meryl Streeps ("Der Teufel trägt Prada") Darbietung der "Eisernen Lady" brachte ihr die Auszeichnung mit dem Oscar und dem Golden Globe als beste Hauptdarstellerin. Die Leistung der US-Schauspielerin als willensstarke Frau in einer von Männern dominierten Politikwelt ist zweifelsohne erstklassig. Glanzloser hingegen zeigt sich das Drehbuch, das nicht immer einen roten Faden erkennen lässt. Zwar sind alle gezeigten Episoden für sich kohärent und zeigen verschiedene Aspekte der Persönlichkeit der Premierministerin, doch lässt die Reihenfolge eine Struktur vermissen. Auch geht die Darstellung von Jim Broadbent ("Harry Potter und die Heiligtümer des Todes Teil 2"), der Margarets Mann Denis spielt, im sprunghaften Themenwechsel ein wenig unter.

Umstrittene Einschätzung


Der Film bezieht weder Stellung für noch gegen Margaret Thatcher und deckt keine Geheimnisse aus privaten Kreisen auf, welche die unterschiedliche Wahrnehmung Maggie Thatchers als Person oder ihres Wirkens in die eine oder andere Richtung beeinflussen würden. Die Einschätzung, ob der Film nun exzellent oder "nur" gut ist, lässt sich ebenso heiß diskutieren.

Filmstart: 1. März 2012

"Die Eiserne Lady" (OT: "The Iron Lady"), Genre: Drama/Biographie, Regie: Phyllida Lloyd, Cast: Meryl Streep, Jim Broadbent, Alexandra Roach, Harry Lloyd, Olivia Coleman, Produktionsjahr: 2011, GB/F, Laufzeit: 105 Minuten, FSK: Freigegeben ab 6 Jahren.

Mehr Infos zur "Eisernen Lady" bei Kino.tv

Autor: Dirk Fries

 
Trailer: Die Eiserne Lady

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