Filmkritik: Der Weihnachtsmuffel - Von Betlehem nach Hollywood

Filmkritik: Der Weihnachtsmuffel

Von Betlehem nach Hollywood

© 2011 Pandastorm Pictures
Der spießige und muffelige Grundschullehrer Paul Maddens (Martin Freeman, "Per Anhalter durch die Galaxis", "Sherlock") wird von seiner Rektorin (Pam Ferris, "Matilda") dazu verdonnert, mit den Kindern das alljährliche Krippenspiel einzustudieren. Seit ihn seine Freundin Jennifer (Ashley Jensen, "Alles Betty!") vor fünf Jahren an Weihnachten verlassen hat um Film-Produzentin in  Hollywood zu werden, verbindet ihn jedoch rein gar nichts mehr mit Weihnachten. Zu seinem Leidwesen stellt die Rektorin ihm auch noch den überdrehten Mr. Poppy (Marc Wootton, "Confetti - Heirate lieber ungewöhnlich") als Hilfslehrer zu Seite, der mit seinen unkonventionellen Methoden jeglichen pädagogischen Ansatz über den Haufen wirft.

Noch verzwickter wird es für Paul, als er sich vor seinem größten Konkurrenten Gordon Shakespeare (Jason Watkins, "Bridget Jones - Am Rande des Wahnsinns") dazu hinreißen lässt zu behaupten, ein Produktionsteam aus Hollywood würde zu ihrer Aufführung kommen. Dank des übereifrigen Mr. Poppy verbreitet sich die Kunde in Windeseile im ganzen Ort. Am nächsten Tag wird Paul in der Schule bereits von der Presse erwartet. Sein Assistent ist jetzt kaum mehr zu bremsen: Anstelle eines gediegenen  Krippenspiels übt er mit den Kindern ein peppiges Musical mit waghalsigen Tanzeinlagen ein. Das Chaos nimmt seinen Lauf und für Paul gibt es kein Zurück mehr…

Vom Titel sollte man sich nicht abschrecken lassen: "Der Weihnachtsmuffel" ist dank einer geballten Ladung britischen Humors und vieler witziger Einfälle fern von jeglichem Weihnachts-Kitsch. Die eigentlichen Stars des Films sind die Kinder. Regisseurin Debbie Isitt und Produzent Nick Jones haben bewusst nur Laien ausgewählt und viel improvisiert. Dadurch kommt das Thema des Films, dass jedes Kind ein einzigartiges Talent besitzt, das es zu entdecken und fördern gilt, auch sehr authentisch rüber: Vom Mega-Rülpser über den lispelnden Rapper bis zur Tanzeinlage à la Michael Jackson.

Martin Freeman als demotivierter Grundschullehrer Paul und Marc Wootton als durchgeknallter Mr. Poppy ergänzen sich hervorragend als gegensätzliches Paar, ohne dass es zu aufgesetzt wirkt. Während Mr. Poppy die individuellen Talente der Kinder erkennt und unterstützt, lässt sich Paul erst allmählich auf die Kids ein. Die Auseinandersetzung mit ihren Versagensängsten konfrontiert ihn mit seinen eigenen Nöten. Seine persönliche Entwicklung macht die Gefühlskomponente des Films aus, der dadurch leider ein wenig an Fahrt verliert. Das große Krippenspiel-Finale am Ende hätte etwas gestrafft gehört. Dass es nicht zur Kitsch-Parade verkommt, ist vor allem den guten Gesangs- und Tanzeinlagen und der Natürlichkeit der Kinder zu verdanken.

Fazit: Ein abwechslungsreiches Kinovergnügen mit vielen Überraschungsmomenten und feinem britischen Humor, das sich selbst ältere Weihnachtsmuffel gut anschauen können.

Filmstart: 8. Dezember 2011

"Der Weihnachtsmuffel" (OT: "Nativity!"), Genre: Spielfilm/ Komödie, Regie: Debbie Isitt, Cast: Martin Freeman, Marc Wootton, Jason Watkins, Ashley Jensen, Pam Ferris, Produktionsjahr: 2009, GB, Laufzeit: 105 Minuten, FSK: ohne Altersbeschränkung.

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Autor: Irina Becker

 
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