Ein russischer Sommer - Tolstois letzte Tage

Ein russischer Sommer

Tolstois letzte Tage

© Warner Bros
Wenn Ihnen die weite Landschaft Russlands vorkommt wie die Lüneburger Heide wäre das nicht verwunderlich. Tatsächlich wurde Michael Hoffmans stargeschwängerte Historienverfilmung nicht auf russischem Grund und Boden gedreht, sondern in Sachsen-Anhalt. "Ein russischer Sommer" erzählt die letzten Tage im Leben des Autors, Philosophen und russischen Helden Leo Tolstoi nach, der mittlerweile in die Jahre gekommen ist, aber mit Sofia noch immer eine leidenschaftliche Beziehung führt. In einer gekonnten Mischung aus Fakt und Fiktion, epischen Bildern und emotionalen Dialogen zeichnet die deutsch-russische Koproduktion ein schillerndes Bild der dramatischen Zeit vor dem Ersten Weltkrieg und erzählt zugleich die Geschichte einer großen Liebe.

Das Drehbuch, das sich lose auf Jay Parinis Roman stützt, wäre aber nichts ohne das starke Ensemble: Allen voran Christopher Plummer, der den gefeierten Autor von "Krieg und Frieden" spielt, sowie die ebenso oscarwürdige Helen Mirren in der Rolle seiner Frau. Deren explosives Gemüt schwankt ständig zwischen Hysterie und Bedürftigkeit. Als sie um ihr Erbe fürchten muss, legt Sofia in Sachen "Drama Queen" noch eins drauf. Daran ist auch Tolstois Vertrauter nicht unschuldig. Paul Giamatti bleibt als Vladimir Chertkov zwischen den beiden Schauspielschwergewichten blass, während der Schotte James McAvoy die Rolle des ergebenen und zwischen den Fronten vermittelnden Valentin Bulgakov ausfüllen kann.


"Ein russischer Sommer", Genre: Drama, Regie: Michael Hoffman, Cast: Christopher Plummer, Helen Mirren, James McAyoy, Paul Giamatti, Anne-Marie Duff, Kerry Condon, John Sessions, Patrick Kennedy, Produktionsland: Deutschland/Russland, Produktionsjahr: 2009, Laufzeit: 112 Minuten, FSK: ab 12 Jahre

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