Die Muppets sind bekannt für Witz und gute Laune. Besser gesagt: sie waren es. Denn die goldene Zeit der Puppen-Spaßmacher liegt im neuen Film lange, lange zurück. Das Ausmaß des Absturzes des ehemaligen Starensembles offenbart sich, als die bekennenden Muppet-Fans Gary (Jason Segel, "How I Met Your Mother") und sein Bruder, die Puppe Walter, nach Hollywood reisen: Das Muppet-Theater, in dem Kermit, Miss Piggy, Fozzie Bär und die anderen ihre großen Erfolge feierten, ist eine Bruchbude und die Muppets haben sich aus dem Augen verloren.
Das fantastische Gemeinschaftsgefühl, die Freundschaft und das Vertrauen in die Talente und Komik von damals sind weg. Erst die Bekanntschaft mit Gary und Walter sowie die Gefahr, die Muppet-Studios für immer zu verlieren bringt die in alle Winde zerstreute Truppe wieder zusammen. Die Gefahr für die Muppets geht von Tex Richman aus. Der gemeine Ölmagnat will die Muppet Studios unter Vortäuschung Falscher Tatsachen abreißen, um nach Öl zu bohren. Den Kaufvertrag hat er bereits in der Tasche. Die Rettung sieht nach einem aussichtslosen Unterfangen aus, oder kann ein neuer Muppet das Ruder doch noch herumreißen?
Motor Jason Segel
Jason Segel ist ein wahrer Jünger der Muppets. Deshalb schob er das Projekt gleich in vielfacher Funktion – als Drehbuchautor, Produzent und Schauspieler – an. An seiner Seite spielt Amy Adams ("The Fighter") Mary, die weibliche Hauptrolle. Im Mittelpunkt der Geschichte stehen aber nicht die Menschen, sondern die Muppets – allen voran Kermit, Miss Piggy und Debütant Walter. Die Story des Films ist recht leicht vorhersehbar und die Rollenverteilung "Gut gegen Böse – Muppets gegen fiesen Ölmulti" ebenso klar.
Wie eh und je – und doch mehr
Die Darbietung der Puppen ist nicht spektakulärer als sonst. Auch bei ihrem großen Auftritt in diesem Film müssen die alten Muppet-Tugenden (Chaos, Zufall, schräger Humor, ehrliche Emotion) herhalten. Doch gerade diese Kombination macht den Erfolg der Puppen aus. Sie ist zeitlos. Über das Altbewährte hinaus erlauben Segel und seine Crew den Muppets und dem ganzen Film eine gehörige Prise Selbstironie: Sowohl Hollywood an sich als auch die Schauspieler und Puppen selbst werden auf den Arm genommen. Der Ernsthaftigkeit ist das nicht abträglich, dem Spaßfaktor ebenso wenig.
Musik in den Ohren
Besonders zu Beginn aber auch im weiteren Verlauf des Films spielt Musik eine wichtige Rolle. Mit Bret McKenzie wurde ein Teil der in den USA berühmten TV-Band "Flight of the Conchords" als Songschreiber und Musikberater verpflichtet. Besonders gelungen ist die Sequenz, in der sich die ungleichen Brüder Gary und Walter fragen, ob sie Mann oder Puppe sind. Gelungen in Szene gesetzt hat dies Regisseur James Bobin, der für Gary eigens ein Muppet- und für Walter ein menschliches Ebenbild schuf. 
Großes Starensemble
Der hohe Stellenwert der Muppets zeigt sich auch an einer Vielzahl von Cameo-Auftritten. So konnte Segel mit Neil Patrick Harris einen seiner "How I Met your Mother"-Kollegen und Jim Parsons von "The Big Bang Theory" dazu bewegen, Nebenrollen im Film anzunehmen. Auch Jack Black ("Kings of Rock") spielt mit und Zach Galifianakis ("The Hangover") ist als Obdachloser dabei. Musiker Dave Grohl ("Foo Fighters") ist als Animool der bösewichtige Gegenpart zu Muppet Tier.
Fazit: Für fanatische Muppet-Fans wird der neue Film zweifelsohne im Nu zum Klassiker avancieren. Allen anderen - in Sachen tanzender Puppen weniger beschlagenen - Kinobesuchern könnten sich die ersten zehn Minuten des Films als schwierige Hürde erweisen. Zu Beginn wird viel gesungen und auch wenn sich die Puppen dabei nicht allzu ernst nehmen, wirkt der Einstieg wie im "High School Musical" - was gerade für erwachsene Zuschauer ohne Hang zum Musical ungewöhnlich sein dürfte. Wenn die Geschichte aber dann ins Rollen kommt ist es nahezu unmöglich, dem Charme von Kermit und Co. zu widerstehen. Denn die Muppets verzaubern auch 2012 wie eh und je.
Die Muppets ("The Muppets"), Genre: Animation, Regie: James Bobin, Cast: Jason Segel, Amy Adams, Chris Cooper, USA 2010, Laufzeit: 109 Minuten, FSK: Ohne Altersbeschränkung.
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