Träume sind Schäume
Als Teenager steht einem die Zukunft noch bevor und es werden die großen Pläne geschmiedet. Man wird berühmt, reich, erfolgreich – even etwas ganz Besonderes. Alles nur nicht langweilig oder durchschnittlich. Irgendwann müssen sich die meisten allerdings eingestehen, dass aus den großen Träumen letztendlich nichts wird. Mit dieser Gewissheit seinen besten Freunden gegenüberzutreten, das ist wahrlich nicht leicht. Das müssen auch die Jungs aus "American Pie" erkennen.
So hat jeder aus der damaligen Crew sein Päckchen zu tragen: Der Familienvater Jim (Jason Biggs), dessen Sexleben seit der Geburt des Kindes gelitten hat. Der TV-Promi Oz (Chris Klein), der in einer Welt der Oberflächlichkeit lebt. Der einstige Freigeist Finch (Eddie Kaye Thomas), dem sein Durchschnittsjob so peinlich ist, dass er verrückte Geschichten erfindet. Oder aber Kevin (Thomas Ian Nichols), in dem beim Anblick seiner Jugendliebe Vicky (Tara Reid) alte Gefühle wieder geweckt werden.
Wieder zuhause
Abgeführt und angestachelt vom ewigen Teenager Stifler (Seann William Scott) ist die Clique in East Great Falls noch einmal zusammen unterwegs . Ob das gutgehen kann? Der Film stünde nicht in der Tradition von "American Pie", wenn bei den gemeinsamen Aktivitäten alles ohne Zwischenfälle ablaufen würde.
Die Originale sind zurück
Positiv an dieser Weiterführung des Films – im Gegensatz zu den vier American Pie präsentiert"-Spin-Offs - ist definitiv, dass für "American Pie: Das Klassentreffen" ausnahmslos die Originalbesetzung zusammengekommen ist:
Jason Biggs (Jim) und Alyson Hannigan (Michelle, "How I met Your Mother") gehören einfach genauso nach East Great Falls wie Jims Vater (Eugene Levy) und Stiflers legendäre Mutter (Jennifer Coolidge).Zudem punktet die Neuauflage, weil sie deutlich macht, dass die Charaktere zwar älter, aber nur bedingt reifer geworden sind. Allen voran Stifler, der mit seinem kantigen Gesicht und kompromisslosen Grinsen für reichlich Spaß und Kopfschütteln sorgt. Jim ist ebenfalls leicht wiederzuerkennen. Er ist immer noch leicht trottelig, was für einige gelungene Gags gut ist.
Spannend, aber leicht anders
Klar ist, dass die Produzenten (Jason Biggs und Seann William Scott) das Rad für das Sequel nicht neu erfunden haben. Das hätte auch kaum funktioniert. Wichtiger ist, dass die Mischung aus bekannten Charakteren und deren Eigenschaften sowie neuer Personen und erwachsener Elemente stimmt. Auch das (wenn auch wenig wichtige) Storytelling der knapp zehn Jahre ist solide genug, um es nicht anzuzweifeln. Und selbst wenn, es geht hier doch vor allem um die Gags und Peinlichkeiten. Die sind zwar nur begrenz spontan, aber das waren sie auch im Original.
Wer schon selbst einmal auf einem Klassentreffen war, der wird mit den "American Pie"-Charakteren mitfühlen können. Die Rollenverteilung aus der Schulzeit bleibt erhalten, und auch wenn die Gesprächsthemen (meist) andere sind, sorgt schon die Gruppendynamik von früher dafür, dass der Abend ein lustiger wird. Versprochen.
"American Pie: Das Klassentreffen" (OT: "American Reunion"); Genre: Komödie; Regie: Jon Hurwitz, Hayden Schlossberg; Cast: Jason Biggs, Alyson Hannigan, Chris Klein, Thomas Ian Nicholas, Tara Reid, Seann William Scott, Mena Suvari, Jennifer Coolidge, Eugene Levy, USA 2012; Laufzeit: FSK: Freigegeben ab 12 Jahren.
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