Anfang jeden Jahres ist die Filmindustrie in heller Aufruhr. Zunächst werden im Januar die "Golden Globes" vergeben. Wenige Wochen später folgen dann noch die Oscars. Die "Globes" gelten als eine Art Standortbestimmung für die Qualität der Filme und die Leistungen der Schauspieler. Wer bei den "Globes" gewinnt, so heißt es, hat gute Chancen auf einen Oscar. Darüber hinaus prämiert die Jury bei den "Golden Globes" aber auch TV-Serien und deren Darsteller.
Die besten Schauspieler im TV
Zu den Gekürten in diesem Jahr gehörte abermals Kate Winslet. Die Schauspielerin ("Titanic") wurde für ihre Darbietung der "Mildred Pierce" mit einem "Golden Globe" als beste weibliche Darstellerin in einer TV-Serie ausgezeichnet. Idris Elba, demnächst in Deutschland in "Ghost Rider – Spirit of Vengeance" zu sehen, hatte die Nase bei den Männern vorn. Groß raus kam auch Peter Dinklage. Der kleinwüchsige Schauspieler überzeugte die Jury als bester Nebendarsteller in der TV-Serie "Game of Thrones".
Königskategorie "Bester Film"
Als bester Film (Drama) wurde Clooneys "The Descendants - Famile und andere Angelegenheiten" prämiert. Damit setzte sich der Streifen gegen Filme wie "The Help", "Hugo Cabret" oder "Gefährten" durch. Es handelt sich dabei um die prestigeträchtigste aller Kategorien.
Gerade für den Gewinner hier steigen die Erwartungen in Bezug auf die Oscars. Im Genre Musical/Komödie lautet der Gewinner "The Artist". Der Stummfilm von Michel Hazanavicius, in schwarz-weiß gedreht, sorgte dafür, dass beispielsweise der in dieser Kategorie hoch gehandelte "Midnight in Paris" von Woody Allen leer ausging.
Es siegen die alten Hasen
Die Auszeichnungen für die beste Schauspielerin und den besten Schauspieler in einem Kinofilm heimsten zwei "alten Hasen" des Geschäfts ein. Bei den Herren wählte die Jury George Clooney, für seine Rolle als Vater in dem auf Hawaii spielenden Streifen "The Descendants – Familie und andere Angelegenheiten", der ja bereits als bester Film feststand. Zur besten Schauspielerin gekürt wurde Meryl Streep für ihre Rolle als britische Premierministerin Margaret Thatcher in "Iron Lady". Es war Clooneys dritter "Golden Globe", während sich Streep die begehrte Auszeichnung bereits zum neunten Mal in den Trophäenschrank stellen darf.
Der Preis der besten Hauptdarstellerin in einem Musical/Komödie geht an Michelle Williams. Williams verkörpert in "My Week with Marylin" niemand geringeren als die große Entertainment-Ikone Marylin Monroe. Damit setzte sich die Amerikanerin ("Brokeback Mountain") gegen hochkarätige Konkurrenz wie Jodie Foster und Charlize Theron durch. Bester männlicher Hauptdarsteller in einem Musical/Komödie ging an Jean Dujardin aus "The Artist". Für Joseph Gordon-Levitt (50/50) und Brendan Gleeson ("The Guard - Ein Ire sieht schwarz") hingegen reichte es nicht.
Ganz leer ging "The Help" nicht aus. Auch wenn es für den Film weder in der Kategorie "Bester Film" noch für dessen Hauptdarsteller reichte, ging mit Octavia Spencer als Preisträgerin immerhin noch der Titel der besten Nebendarstellerin an das Help-Ensemble. Über den Titel des besten männlichen Nebendarstellers freute sich Christopher Plummer aus "Beginners".
Spielberg als preisgekrönter Animateur
Ebenfalls prämiert wurde Regisseur Steven Spielberg. Der Macher von Kassenknüllern wie "Schindlers Liste" und "Jurassic Park" errang diesmal mit "Die Abenteuer des Tim und Struppi" die Ehrung des besten Animationsfilms. Die Jury kürte Martin Scorsese ("Hugo Cabret") mit dem Golden Globe für die beste Regie, während mit Woody Allen ("Midnight in Paris") ein ebenso renommierter Preisträger für das beste Drehbuch ausgewählt wurde.
Die beste Filmmusik ging an "The Artist", was dazu beitrug, dass der Film neben "The Descendants" als der zweite große Gewinner des Abends hervorging. Den besten Song "Masterpiece" für dem Film "W.E" komponierten Madonna, Julie Frost und Jimmy Harry.
Ehrenpreis für Morgan Freeman
Der "Cecil B. De Mille-Ehrenpreis" wurde in diesem Jahr an Morgan Freeman vergeben und die Auszeichnung für den besten fremdsprachigen Film, eine Kategorie, in der in den letzten Jahren häufiger auch deutsche Filme vertreten waren, ging in den Iran. Genauer: an das Drama "Nader und Sirin – Eine Trennung". Ein deutscher Film war diesmal nicht nominiert. Allerdings waren mit "Die Haut, in der ich wohne" von Pedro Almodovar aus Spanien und "Der Junge mit dem Fahrrad" aus Belgien zwei europäische Projekte nominiert.
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