Zur Story des neuen Burton-Werks
Im Jahr 1750 siedeln Joshua und Naomi Collins mit ihrem Sohn Barnabas von England nach Amerika über. An der Küste von Maine baut die Familie ein Fischerei-Imperium auf. Und zwar in dem Städtchen, das schließlich ehrenhalber nach der Familie benannt wird, nämlich Collinsport. Zwei Jahrzehnte später verfügt Barnabas als Herr von Collinwood Manor über Reichtum und Macht. Bis der Frauenheld den Fehler begeht, sich in die schöne Josette DuPres (Bella Heathcote) zu verlieben. Damit bricht er Angelique Bouchards (Eva Green) Herz. Angelique ist aber in Wirklichkeit eine Hexe und verdammt ihn zum ewigen Leben: Sie verwandelt ihn in einen Vampir, um ihn lebendig zu begraben.
Zwei Jahrhunderte später wird Barnabas durch Zufall aus seiner Gruft befreit und entdeckt die völlig veränderte Welt von 1972. Als er nach Collinwood Manor zurückkehrt, findet er nur Ruinen. Den zerrütteten Nachfahren seiner Familie geht es kaum besser – jeder misstraut jedem und hintergeht den anderen. Nur der Matriarchin Elizabeth Collins Stoddard (Michelle Pfeiffer) vertraut Barnabas an, wer er ist. Doch sein alles andere als zeitgemäßes Verhalten weckt den Argwohn der im Hause wohnenden Psychiaterin Dr. Julia Hoffman (Helena Bonham Carter), die keine Ahnung hat, auf welches Problem sie sich in diesem Fall einlässt...
Die bunten Siebziger aus der Sicht eines Blutsaugers
Burton inszeniert "Dark Shadows" nach einer Idee von John August und Grahame-Smith, die sich auf die von Dan Curtis konzipierte US-Fernsehserie beruft. Ende der 1960er Jahre errang die Serie Kultstatus. Die Story um einen reservierten, charismatischen Vampir, einem eifersüchtigen Vamp, der hexen kann und einer seltsamen Familie in einer gruseligen Villa, die in jedem Winkel Geheimnisse birgt, traf den Geschmack der Zuschauer. Die Serie verstand sich als Gegenentwurf, welcher die Klischees der täglichen Soaps konterkarierte.
Zu den Fans zählte der Teenager Tim Burton: "'Dark Shadows' war eine alltägliche Seifenoper mit merkwürdig übernatürlichen Untertönen." Auch Johnny Depp, der Barnabas in seiner unnachahmlichen Art verkörpert, war ein treuer Fan. Mit Barnabas' "Wiedergeburt" ins bunte Jahrzehnt der 1970er Jahre ergaben sich jede Menge Ideen, um die Pop-Kultur aus der Sicht eines Vampirs aufs Korn zu nehmen. "Eine ästhetisch wilde Epoche, in der alles erlaubt schien – ob kleine Troll-Puppen, Weintrauben aus Kunstharz oder Lava-Lampen. Erst Barnabas erkennt, wie absurd das alles ist." Skurrile Szenen mit Spaßfaktor sind also vorprogrammiert.
Kinostart: 10. Mai 2012
"Dark Shadows", Genre: Horror-Komödie; Regie: Tim Burton; Cast: Johnny Depp, Michelle Pfeiffer, Helena Bonham Carter, Eva Green, Christopher Lee; USA 2012; Laufzeit: 115 Minuten; FSK: ab 12 Jahren freigegeben.
Eine Filmkritik zu "Dark Shadows" gibt's bei Near-dark.de






