Filmstart: Anonymous - Ich bin nicht was ich bin

Filmstart: Anonymous

Ich bin nicht was ich bin

© Sony
Hat William Shakespeare keine einzige Zeile seiner berühmten Werke selbst verfasst? Diese Frage beschäftigt Gelehrte schon seit Jahrhunderten, denn der englische Dichter stammte aus der Provinz und hatte nur eine einfache Dorfschulausbildung genossen. Es kursieren die verschiedensten Theorien, ob so jemand wirklich Urheber einiger der berühmtesten Figuren der Weltliteratur wie "Hamlet", "Macbeth" oder "König Lear" gewesen sein kann.

Regisseur Roland Emmerich, sonst eher bekannt durch seine epischen Blockbuster ("Independence Day", "The Day After Tomorrow"), hat sich für eine mögliche Antwort entschieden. In seinem neuen Historiendrama "Anonymous" ist der Earl von Oxford (Rhys Ifans, "Notting Hill", "Harry Potter und die Heiligtümer des Todes – Teil 1") der eigentliche Stückeschreiber, dem es aufgrund seines Adelsstandes im England des späten 16. Jahrhunderts aber verboten ist, selbst als Verfasser aufzutreten. An Stelle des Earls wird der im Film als etwas einfältig dargestellte Schauspieler und zweitklassige Autor William Shakespeare (Rafe Spall, "Zwei an einem Tag", "Wide Sargasso Sea") auserkoren, die Bühnenerfolge von "Ein Sommernachtstraum" und "Romeo und Julia" einzuheimsen.

Fiese Machenschaften unter aristokratischen Gegenspielern, verbotene Liebschaften und politische Intrigen der Berater von Königin Elizabeth I. (jung: Joely Richardson, "The Tudors", alt: Vanessa Redgrave, "Abbitte", "Julia") um die Nachfolge auf den Thron bilden den Rahmen der Geschichte.  Als Schauplatz für die politischen Ränkespiele in seinem Historiendrama dient Emmerich die Londoner Bühne.

"Anonymous" glänzt vor allem durch die provokante Story und seine Besetzung mit namhaften Shakespeare-Bühnendarstellern. Allerdings besteht angesichts der vielen politischen Intrigen und Machtspiele die Gefahr, am Ende ein wenig den Überblick zu verlieren. Einen endgültigen Beweis, ob Shakespeare nun die ihm zugesprochenen Werke selbst verfasst hat oder nicht, kann der Film freilich nicht liefern. Aber solange dieser nicht erbracht wurde, ist die umstrittene These allemal einen Film wert. Erstaunlich nur, dass Emmerich der Erste war, der diesen interessanten Stoff aufgegriffen hat.

Filmstart: 10. November 2011

"Anonymous", Genre: Drama, Regie: Roland Emmerich, Cast: Rhys Ifans, Vanessa Redgrave, Joely Richardson, David Thewlis, Xavier Samuel und Derek Jacobi, Produktionsjahr: 2011, USA/D, Laufzeit: 130 Minuten, FSK: Freigegeben ab 12 Jahren.

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